
Salpeter und feuchte Wände: Was wirklich dahintersteckt
Weiße Krusten an der Wand, Putz, der wie Sand herunterrieselt, ein muffiger Geruch im Keller: Das macht vielen Angst. Hier erkläre ich, woher es kommt und was hilft. Salpeter an der Wand ist kein Schönheitsfehler, sondern ein Zeichen für Feuchte.
Maurermeister
und Altbauspezialist
Denkmalpreis
des Ilm-Kreises 2021
Ganz Thüringen
aus Oberwillingen
Lehm, Holz, Kalk
statt Folie

Woran du Salpeter an der Wand erkennst
Salpeter zeigt sich als weißer, flaumiger oder krustiger Belag, meist im unteren Bereich der Wand. Der Putz darunter wird mürbe und platzt ab. Es sind Salze, die mit der Feuchte durchs Mauerwerk wandern und an der Oberfläche auskristallisieren.
Die häufigsten Ursachen
Aufsteigende Feuchte
Wasser aus dem Boden zieht in die Wand, weil eine Sperre fehlt oder kaputt ist.
Seitlich eindringende Feuchte
bei Wänden, die im Erdreich stehen, oder bei kaputter Regenrinne.
Kondensat
warme, feuchte Raumluft schlägt sich an kalten Wänden nieder.
Falsche Sanierung
Zementputz, Folie oder Dispersionsfarbe sperren die Feuchte ein.
Was nicht hilft
Abkratzen und neu verputzen, Sperrputz auftragen, Farbe drüber. Das sieht für ein paar Monate gut aus, aber die Ursache bleibt, und die Salze kommen wieder.
Was hilft
Zuerst messen: Wie feucht ist die Wand, und woher kommt die Feuchte? Dann die Ursache abstellen und die Wand diffusionsoffen sanieren, zum Beispiel mit Kalk- oder Lehmputz, damit sie wieder trocknen kann. Salzbelasteter Putz muss oft raus, manchmal hilft ein Opferputz, der die Salze aufnimmt.

Und der Schimmel?
Schimmel braucht Feuchte. Wenn die Ursache weg ist und die Wand wieder atmen kann, hat er keine Grundlage mehr. Lehmputz nimmt Feuchte auf und gibt sie schnell wieder ab, deshalb bleibt die Oberfläche trocken.

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